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Vorwort

Die „Digitale Konzertorgel“ (DKO) – ein Projekt voller Herzblut. Im Folgenden möchte ich Euch alles darüber erzählen:

… von der Motivation
… von den generellen Problemen der klassischen Orgel
… von den Anforderungen an digitale Orgeln für den Privat- und Konzertgebrauch
… und natürlich vom Bau der DKO

An dieser Stelle möchte ich mich schon vorab bei allen Helfern bedanken, die mich bei diesem Lebenstraum unterstützt haben – egal ob durch Gedanken, Worte oder Taten!

 

Mission

Mein Ziel ist es, die Orgel wieder attraktiver und zugänglicher zu machen, insbesondere für junge Menschen. Denn für mich ist die Orgel kein Instrument, das nur in Kirchen und großen Konzertsälen gespielt werden darf, ganz im Gegenteil, auch in Musikschulen und kleineren Konzertsälen muss dieses wunderbare und so vielseitige Instrument wieder neue Kraft bekommen. Doch dazu muss auch das Instrument selbst einen Wandel durchleben und die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen.

 

Motivation

Die „Digitale Konzertorgel“ ist aus der ähnlichen Motivation heraus entstanden, die auch Cameron Carpenter angetrieben hat, seine „International Touring Organ“ zu bauen. Cameron Carpenter ist für mich der genialste Organist der Neuzeit. Er ist nicht nur ein Virtuose auf Tasten und Pedale, nein, er ist ein Visionär und Revolutionär und erweist dem Instrument einen großen Dienst. Denn er hat die zentralen Probleme des Instruments erkannt und treibt die so dringliche Überführung der klassischen Orgel ins digitale Zeitalter voran wie niemand sonst:

My vision is to keep the best of the classical organ – its emotional magnitude, its sonic range, its coloristic drama – but to liberate these from the pipe organ’s immobility, its moving parts, its cost, its institutionality.

[…]

It has to have the cathedral organ’s expansiveness, and the Wurlitzer’s clarity, rapidity and audacity. It will be ethereal and rhythmless at times – and at other times more rhythmically intense than any pipe organ in the world.

Quelle: www.cameroncarpenter.com/touring-organ/

 

Die Orgel – Ein gefangenes Ungetüm

Die Orgel wird oftmals als die „Königin der Instrumente“ bezeichnet. Und das lässt sich an mehreren Punkten festmachen. Die Orgel ist nicht nur das größte Instrument der Welt, sondern weist durch ihre vielfältigen Register sowohl eine dynamische Variabilität als auch ein unvergleichliches Klangspektrum auf. So ist es dem Organisten möglich, verschiedenste Klänge zu produzieren – angefangen von leisen, sphärischen Klängen bis hin zu einem monströsen, raumerfüllenden Donnern, das den ganzen Körper vibrieren lässt.

Doch gerade die physische Größe und die feste Installation in ein Gebäude bringt einige Probleme mit sich. Die Orgel ist immobil, gebunden an einen Raum, an immense Kosten – und an die Kirche.

 

Die Orgel – Ein treuer Kirchgänger

Die Orgel besitzt einen nahezu exklusiven Bezug zur Kirche und ist elementarer Bestandteil zur Begleitung der liturgischen Abläufe – und das ist auch gut so. Doch was bleibt vom Instrument selbst übrig, wenn man es von der Religion trennt? Abseits der Kirche wird die Orgel zumeist nicht als eigenständiges Instrument wahrgenommen. Aber sie ist viel mehr als nur ein Instrument – ihre Klänge können einzelne Instrumente oder sogar ein ganzes Orchester imitieren.

Dabei drängt sich eine Frage auf: Warum findet dieses so vielfältige Instrument kaum Zugang zu kleineren Konzertsälen, Musikschulen oder gar dem eigenen Wohnzimmer? Genau hier treten die oben genannten Probleme zu Tage: Immobilität, Kosten, Institutionalisierung. Unter diesen Voraussetzungen ist es schwer, regelmäßig oder gar täglich zu üben, was unabdingbar für das Erlernen eines jeden Instruments und für die Weiterentwicklung der erworbenen Fertigkeiten ist. Ein jeder Musiker möchte eine Bindung zu seinem Instrument aufbauen – zu seinem eigenen wohlgemerkt.

Bei der Planung eines Orgelkonzerts kommen weitere Herausforderungen hinzu. Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Orgeln in „neutralen“ Räumen ist man zumeist auf Kirchen angewiesen, wodurch oftmals nur ein eingeschränktes Konzertprogramm möglich ist. Pop und Rock an der Kirchenorgel? Das trifft nicht allerorts auf Zustimmung. Und so leidet zu guter Letzt die künstlerische Freiheit, die für einen jeden Musiker so wichtig und in gewisser Weise ja auch der Grund des Musizierens ist.

Kurzum: Als Organist hat man zum Üben und zum Gestalten von Konzerten etliche Bürden auf sich zu nehmen. Und das macht das Instrument neben des ohnehin beschränkten Zugangs nicht gerade attraktiver.

 

Die Orgel – Ein Individuum

Doch nun zurück zum Instrument selbst. Eine jede Orgel wird von Orgelbauern für den jeweiligen (Kirchen)raum „maßgeschneidert“. Dies macht jede Orgel einzigartig und interessant, doch auch für jeden Organisten übermäßig kompliziert. Denken wir wieder an einen Konzertorganisten. Er ist etliche Stunden nur damit beschäftigt, für die Stücke, die er bereits kann, die passenden Register auszuwählen. Und die Zeit ist beschränkt – man befindet sich also in einem Wettkampf mit dem Ziel, der Orgel in vorgegebener Zeit das möglich beste Resultat zu entlocken. Ist das der originäre Ziel des Musizierens?

 

Anforderungen

Und damit stehen die Anforderungen fest. Es braucht eine transportable Konzertorgel, allerdings mit der klanglichen Gewalt einer „richtigen“ Orgel. Bislang hat es verständlicherweise keine Möglichkeit gegeben, dieses Problem zu lösen, doch im Zeitalter der Digitalisierung gibt es hier schon mehr Optionen. Cameron Carpenter hat die Probleme der klassischen Orgel nicht nur erkannt, sondern auch eine Lösung dafür geschaffen: Die „International Touring Organ“, welche er in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Marshall & Ogletree entwickelt hat.

Mit dieser Orgel sind zwar viele Teilprobleme gelöst, allerdings bleiben für den „Orgel-Mittelstand“ zwei gravierende Probleme bestehen. Die Kosten dieses Meisterwerks belaufen sich auf über 1 Mio. Euro und auch der Transport ist nur mit einem Truck und einem vielköpfigen Team zu bewerkstelligen.

Ich möchte nun diese Ideen für Amateur-Organisten weitertragen. Dafür steht die „Digitale Konzertorgel“.

Digitale Konzertorgel (DKO)

Eine digitale, flexible, modulare, transportable und bezahlbare Konzertorgel – gepaart mit dem Klangvolumen, dem Klangspektrum und den Funktionalitäten klassischer Orgeln.

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Preface

The „Digital Concert Organ“ (DCO) – a project full of heart and soul. In the following I want to tell you everything about it:

… about the motivation
… about the general problems of the classical organ
… about the requirements for digital organs in private and concert use
… and about the manufacture of the DCO

At this point I would like to say thanks to all volunteers who have supported me achieving this life’s dream – either through thoughts, words or actions!

 

Mission

My goal is to make the organ more appealing and open, especially for younger people. For me, the organ is not an instrument that is only to be played in churches and big concert halls – quite the contrary – also in music schools and smaller concert halls this magnificent and versatile instrument has to gain new strength. However, the instrument itself has to go through a profound transition and take full advantage of the opportunities digitalization brings along.

 

Motivation

The „Digital Concert Organ“ has arised from an identical motivation that has also impelled Cameron Carpenter to build his „International Touring Organ“. In my opinion, Cameron Carpenter ist the most brilliant organist of modern times. He is not just a virtuoso on keys and pedals, no, he is a visionary and revolutionist and renders a huge service for the organ. He has recognized the key problems of this instrument and pushes the transition of the classical organ into the digital age like noone else:

My vision is to keep the best of the classical organ – its emotional magnitude, its sonic range, its coloristic drama – but to liberate these from the pipe organ’s immobility, its moving parts, its cost, its institutionality.

[…]

It has to have the cathedral organ’s expansiveness, and the Wurlitzer´s clarity, rapidity and audacity. It will be ethereal and rhythmless at times – and at other times more rhythmically intense than any pipe organ in the world.

Source: www.cameroncarpenter.com/touring-organ/

 

The Organ – A monster in chains

The organ is frequently referred to as the „Queen of Instruments“. And this can be demonstrated by multiple points. The organ is not only the biggest instrument in the world. By means of its diverse registers it also boasts a dynamic variability as well as an unrivalled sound spectrum. Thus, the organist can produce various sounds – starting from faint, spheric sounds up to a monstrous, space-filling thunder which has the whole body trembling.

It is precisely the physical magnitude and the firm installation into a building causes some problems. The organ is immovable, bound to a room, to huge costs – and to the church.

 

The Organ – A loyal churchgoer

The organ has an almost exclusive reference to the church and it is an elementary component for accompanying lithurgical procedures – and that is a good thing. But what is left of the instrument when separated from religion? Apart from the church, the organ is not perceived as a stand-alone instrument. But it is much more than an instrument – its sounds can imitate single instruments or even a whole orchestra.

This poses one question: Why does this versatile instrument have only little access to small concert halls, music schools or even the own living room? Right here the problems mentioned above come to light: immobility, costs, institutionalisation. Under these circumstances it is hard, to exercise an a regular or even daily basis which is indispensible for learning any instrument and for developing the acquires skills. Every musician wants to build up a connection to his or her, mark you, own instrument.

When planning an organ concert further challenges come along. Due to the insufficient availability of organs in „neutral“ rooms one is mostly reliant on churches, which often allows just a limited concert programme. Pop and rock at the church organ? That does not receive unanimous consent everywhere. In the end, this is how even the artistic freedom suffers which is so important for every musician and which is the reason for making music in some ways.

In short: As organist one has to take on a number of burdens when practicing or planning a concert. These barriers do not render the instrument more appealing apart from the already limited access to it.

 

The Organ – An individual

And now back to the instrument itself. Every organ is tailored to the respective (church) room by the organ builders. This makes every organ unique and interesting but also overly complicated for every organist. Let us imagine being an organist. He or she has to invest multiple hours in preparation to chose the appropriate registers for pieces that have already been practiced until perfection. And time is limited – the organist is in a constant rush in order to glean the best result from the organ in given time. Is this the initial goal of making music?

 

Requirements

Thus, the requirements are clear. There is a lack of a transportable concert organ, but with the sonic power of a „real“ organ. Understandably enough, it was very hard so solve this problem up to now. However, there are far more options in the age of digitalisation. Cameron Carpenter has not only recognized the problems of the classical organ, but he has also developed a solution: The „International Touring Organ“ – which he has developed in collaboration with the american company Marshall & Ogletree.

Even though many subproblems are solved with this organ, two severe problems still remain for the „organ-middle-class“. The costs of this masterpiece go beyond 1 million euro and also the transport can only be managed with the aid of a truck and a large team.

I want to promote these ideas for amateur organists. This is what the „Digital Concert Organ“ stands for.

Digital Concert Organ (DCO)

A digital, flexible, modular, transportable and affordable concert organ – coupled with sound volume and the functionalities of classical organs.

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